Prähistorischer Feuersteinbergbau in Südlimburg

Prähistorischer Feuersteinbergbau in Südlimburg

Ausschnitt des freigelegten Grundrisses der Abbausohle des jungsteinzeitlichen Feuersteinbergwerks Rijkholt (verändert nach Felder & Bosch 2000)
Ausschnitt des freigelegten Grundrisses der Abbausohle des jungsteinzeitlichen Feuersteinbergwerks Rijkholt (verändert nach Felder & Bosch 2000)

Außer den sieben Feuerstein-Abbaustellen, die in der Plenkertstraat (Valkenburg) erhalten sind, wurden in Südlimburg noch weitere Zeugnisse für einen prähistorischen Feuersteinbergbau entdeckt. Als bedeutendste jungsteinzeitliche Feuersteinlagerstätte gilt das Feuersteinbergwerk von Rijkholt (St. Geertruid).

Vor etwa 6.000 Jahren wurde hier unter Löss und Maasschottern der St. Geertruid-Terrasse eine von 23 Feuersteinlagen der Lanaye-Kalksteine der oberen Gulpen-Formation abgebaut. Auf einer etwa 8 ha großen Fläche fanden sich über 2.000 Schächte, mit denen sich die jungsteinzeitlichen Bergleute Zugang zu dieser Feuersteinschicht verschafften.

Diese Schächte reichten von der Oberfläche zwischen 5 und 19 m tief hinunter. Ihr Durchmesser betrug selten mehr als 1 m. Erreichte ein Schacht den zum Feuersteinabbau geeigneten Horizont, wurden von seiner Sohle aus Stollen in verschiedene Richtung vorgetrieben. Diese Stollen waren nicht höher als 60 bis 80 cm. Um die Feuersteinlage möglichst effizient auszubeuten, wurden sie so weit wie möglich verbreitert und durch seitliche Fenster auch mit denen eines Nachbarschachts verbunden. Auf diese Weise sicherten nur schmale Pfeiler die Stabilität der Gruben.

Von einer Schachtanlage aus konnten zwischen 23 und 37 m2 der Feuersteinschicht ausgebeutet werden. Mit Geröll und Verwitterungslehm gefüllte Karstschlotten wurden nach Möglichkeit gemieden. Mehr als 14.000 zerbrochene, abgenutzte aber auch noch intakte Hacken und Werkzeuge fanden sich im Schutt der Stollen.

Nach C14-Datierungen begann der Untertage-Feuersteinbergbau von Rijkholt um ca. 4.000 v. Chr. Es wird angenommen, dass die Bergwerke etwa 500 Jahre lang in Betrieb gewesen sind. Werkzeuge aus Feuerstein von hier findet man in ganz Westeuropa.

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