Naturschutzgebiete in der Rureifel

Naturschutz bedeutet Schutz für frei lebende Pflanzen und Tiere und ihre natürlichen Lebensgrundlagen und damit gleichzeitig auch Landschaftsschutz.

Naturschutzgebiete in der Rureifel
Naturschutzgebiete in der Rureifel

In der Rureifel sind drei Kategorien von Naturschutz realisiert. Erstens gehört sie zum landschaftsübergreifenden Großschutzgebiet des Deutsch-Belgischen Naturparks Hohes Venn - Eifel. Dieser umfasst die Moore im Hohen Venn, Flüsse, Bäche, Seen und Talsperren des Vennvorlandes und der Rureifel, die Kalkeifel und die Hocheifel und auch noch Ausläufer der Vulkaneifel. Gleichzeitg mit dem Schutz seiner natürlichen und naturnahen Lebensräume räumt dieser Naturpark aber auch den Erholungsmöglichkeiten des Menschen einen hohen Stellenwert ein. So definiert er sich z. B. selbst als Naturerlebnisregion, die ihre Gäste zum Wandern und Radfahren einlädt und zum „Geniessen“ von Natur, Landschaft und Kultur. Der Schutzstatus eines solchen übergreifenden Naturparks ist also relativ schwach.

Zu einer zweiten Kategorie des Naturschutzes in der Rureifel gehören die Biotop- und Artenschutzgebiete „Natura 2000“, eines über die ganze EU verbreiteten dichten Netzes geschützter Flächen, das nicht nur die Erhaltung sondern auch den genetischen Austausch unter den heimischen Tier und Pflanzenarten ermöglichen soll. In der Rureifel gehören die Buchenwälder des Kermeter, die Moorgebiete des grenznahen Hohen Venn und vor allem viele Fließgewässer, Auewiesen und Aauewälder der Kall, der Rur und der Urft und ihrer Nebenbäche dazu. Für letztere sind als besondere geschützte Arten die Wildnarzisse, der Schwarzstorch und der Biber zu nennen. Die Schutzvorschriften für die Natura 2000-Gebiete wurden 1992 in einer sogenannten FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat) der Europäischen Union formuliert. Etwa 200 Tierarten, 500 Pflanzenarten und über 200 verschiedene Lebensraumtypen werden in der Richtlinie als schützenswert eingestuft. Dem Schutz der FFH-Gebiete gelten übrigens auch besondere Verhaltensregeln für die Besucher, u. a. ein Wegegebot und das Anleinen von Hunden.

Die strengsten Vorgaben zum Schutz von Natur und Landschaft in der Rureifel gelten für ihren knapp 110 km2 großen Nationalpark Eifel. Hier soll eine Landschaft geschützt werden, die über lange Zeit weitgehend frei war von menschlichen Einwirkungen und deren Entwicklung auch in Zukunft vornehmlich natürlich ablaufen soll.

Der Nationalpark Eifel wurde 2004 auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang und weit darüber hinaus eingerichtet. Seine Kernstücke sind große Offenlandflächen auf der Dreiborner Hochfläche und ein großes geschlossenes Waldgebiet auf dem Kermeter. Darüber hinaus umfasst er auch zahlreiche tief eingeschnittene bewaldete Fluss- und Bachtäler. Größere Flächen des Kermeter und auch viele andere Bereiche sind heute noch mit Fichten besetzt. Sie sollen, bevor diese Gebiete ganz der Natur überlassen werden, d. h. in den nächsten 30 Jahren, in Laubwälder überführt werden. Auf die Dauer sollen dann wenigstens 75% des Gebietes als unbeeinflusste Natur gelten können.

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