Eisenerzbergbau in der Mechernicher Voreifel

Eisenerzbergbau in der Mechernicher Voreifel

Doppelschachtanlage im Kaller Revier
Doppelschachtanlage im Kaller Revier
Doppelschachtanlage im Kaller Revier
Doppelschachtanlage im Kaller Revier

In der Mechernicher Voreifel sind vor allem die bedeutenden Blei-Zink-Lagerstätten von Maubach und Mechernich und eine Reihe kleinerer Erzvorkommen, die in früherer Zeit auf Kupfer und Blei abgebaut wurden, bekannt. Vorkommen von Eisenerz sind weniger verbreitet. In Maubach und bei Mechernich und Bleibuir kennt man alte Abbaugebiete für Eisen. Im Badewald bei Berg vor Nideggen werden Gruben (Pingen) in Buntsanstein-Schichten als keltische oder römische Eisenerz-Tagebaue interpretiert und Archäologen legten dort römerzeitliche Eisenschmelzen frei.

Bereits in römischer Zeit und vielleicht auch noch davor wurde auch in der südlichen Mechernicher Voreifel in der Umgebung von Keldenich und Kall neben Bleierzen auch Eisenerze abgebaut. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde dann das Gebiet südlich von Kall als bedeutendes Eisenerzbergbau-Gebiet bekannt. Abbauziel waren hier Raseneisenerz-Flöze an der Basis des Mittleren Buntsandsteins über einem darunter liegenden Perm-Kalkkonglomerat. Es handelte sich also um ein eisen- und manganreiches Verwitterungserz aus der Zeit vor der Ablagerung der Buntsandstein-Konglomerate und -Sandsteine.

Der Abbau dieser Eisenerze zwischen Kall und Golbach erfolgte bis in das 18. Jahrhundert hinein über nur wenig tiefe Schächte und nur kurze Untertagestrecken. Die Bergleute waren Eigenlöhner, d. h. sie durften hier gegen Abgabe eines Zehnten nach Erz graben. Als Anfang das 19. Jahrhunderts die vielen kleinen Abbaufelder bis zum Grundwasserspiegel erschöpft waren, wurden sie zu größeren Konzessionen zusammengefasst und zwei Entwässerungsstollen gegraben. Zu der Zeit gab es in Kall noch zwei größere Hüttenwerke. 1867 erreichten die Eisenbahngleise die Orte Kall und Sötenich, was zu einem kurzfristigen Auftrieb des Kaller Bergbaus führte. Wenige Jahre später kam er wegen seiner isolierten Lage trotzdem endgültig zum Erliegen

letzte Änderung: 2021-03-17
×