Flussmäander

Flussmäander

Gesteinsabfolge der späten Oberkreide-Zeit im Steinbruch ENCI, St. Pietersberg
Flussformen

Die Fließgeschwindigkeit eines Baches oder Flusses und die Beschaffenheit seines Untergrunds bestimmen seinen Verlauf und seine Sedimentfracht. Ein Fluss mit hoher Fließgeschwindigkeit und großem Gefälle zeigt einen mehr oder weniger geraden Verlauf. Wenn die Wasserführung stark schwankt und der Fluss viel Sediment (Kies, Sand und feine Schwebfracht) mit sich führt, kann sich der Hauptstrom in mehrere untergeordnete Rinnen teilen, so dass sich ein verzweigtes Netz von kleineren und größeren Flussarmen bildet. Solche „verzweigten” oder „verwilderten” Flüsse findet man in Gebieten mit hohem Sedimentaufkommen in Schmelzwassergebieten oder im Hochgebirge.

Ist das Gefälle und damit die Fließgeschwindigkeit dagegen gering, beginnt der Fluss seitlich zu pendeln und bildet im Laufe der Zeit charakteristische bogenförmige Flussschlingen, sogenannte Mäander-Bögen. Dazu verlagert sich der Stromstrich, das ist die Linie größter Fließgeschwindigkeit, aus der Mitte der Flussrinne nach außen in den Außenbogen. Dort ist die Erosionskraft des fließenden Wassers dann stärker. Der Fluss erodiert das Ufer und formt dort einen Steilhang, den Prallhang. In der Innenseite des Bogens ist dagegen die Fließgeschwindigkeit des Flusswassers am geringsten. Dort können dann vom Fluss mitgeführte Sedimentpartikel abgelagert werden. Der Uferbereich eines solchen Gleithangs ist gewöhnlich flach und breit. Rücken die Prallhänge benachbarter Mäanderschlingen immer mehr zusammen, kann der Fluss anlässlich eines Hochwassers die Engstelle durchbrechen und dadurch seinen Lauf verkürzen. Die verlassene Flussschlinge wird dadurch zu einem „Altwasser”, das bei Hochwasser überschwemmt und mit Feinsediment gefüllt wird.

Verzweigte und mäandrierende Flusssysteme füllen im Verlauf längerer Zeiten sowohl Talböden oder auch weite Flussebenen mit ihren Sedimenten.

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