Blei-Zink Erzlagerstätten in der nördlichen Voreifel

Blei-Zink Erzlagerstätten in der nördlichen Voreifel

Entstehung der Blei-Zink Erzlagerstätten
Entstehung der Blei-Zink Erzlagerstätten

Zwischen Eupen im SW und Eschweiler im NE sind an verschiedenen Orten störungsgebundene Buntmetallmineralisationen bekannt. Die wichtigsten Vorkommen liegen auf belgischem Gebiet bei La Calamine/Kelmis und Plombière/Bleiberg und auf deutscher Seite bei Eilendorf und im Raum Stolberg.

Bis in die Antike läßt sich hier ein Blei-Zink-Bergbau zurückverfolgen. Im Mittelalter waren die Galmeigruben Grundlage für eine blühende Messingindustrie im Aachener und Stolberger Raum. Seit Beginn der Industrialisierung lag der Schwerpunkt der Förderung mehr auf belgischem Gebiet, wo zwischen 1837 und 1936 allein in den Gruben Altenberg bei Kelmis/La Calamine, Schmalgraf, Bleiberg (Plombières) und Fossey 900.000 t Zink gefördert wurden.

Die einst abbauwürdigen Lagerstätten traten nahezu ausschließlich dort auf, wo Verwerfungen quer zum Faltenbau des variszischen Grundgebirgsstockwerks unterkarbonische und mittel- und oberdevonische Kalksteine kreuzen. Die belgischen Vorkommen lassen sich vier NW-SE ausgerichteten Gangzügen zuordnen (Welkenraedter, Mützhagener, Schmalgraf- und Bleiberger Gangzug). In Deutschland finden sich die meisten Lagerstätten entlang der westlich von Stolberg verlaufenden Feldbiß-(Münstergewand-) Störung und der Sandgewand-Störung östlich von Stolberg. An der Feldbiß- (Münstergewand-)Störung liegen die Lagerstätten von Büsbacherberg und Brockenberg (im Unterkarbon-Kalk) und von Breinigerberg (im Devon-Kalk). Auch ein kleinerer Gangzug durch die ehemals bedeutende Grube Herrenberg und die Grube Kirchfeld-Heidgen bei Eilendorf sind noch zu diesem Gangzug zu rechnen. Die Sandgewand-Störung schneidet ebenfalls mehrfach Unterkarbon-Kalksteine und verläuft dann weiter südlich zum Devon-Kalk. Dort liegen die früher berühmte Grube Diepenlinchen und zahlreiche kleinere Nachbargruben.

Bei den Buntmetallmineralisationen handelte es sich meist um normale Spaltengänge oder unregelmäßig begrenzte, z. T. schlauchförmige Hohlraumfüllungen nach einer vorausgegangenen Verkarstung. Die Hauptphase der Mineralisation, die nach heutiger Auffassung mit einer jurazeitlichen Dehnungstektonik im Zusammenhang stand, umfasste die Ausscheidung von Sphalerit (Zinkblende, ZnS), Pyrit (FeS2), Bravoit (Fe,NiS2) und Chalcopyrit (Kupferkies, CuFeS2) sowie geringen Mengen Fahlerz. Ebenfalls noch zur Hauptphase zählt die etwas spätere Entstehung konzentrisch-schaliger oder gebänderter Schalenblende aus Sphalerit, Wurtzit (Beta-ZnS), Galenit (Bleiglanz, PbS), Markasit und Pyrit (FeS2), Bravoit, Jordanit Pb14(As,Sb)6S23 und Vaseit (NiS2). Für den Erzbergbau waren aber auch die reichen Galmeilager (ZnCO3), die durch Verwitterung und Umlagerung aus diesen Buntmetallmineralisationen hervorgingen, von besonderer Bedeutung.

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