Löss

Löss

Löss als äolisches Sediment
Löss als äolisches Sediment

Löss ist ein vom Wind abgesetztes sehr feinkörniges klastisches Sediment (Korndurchmesser zwischen 0,05 bis 0,01 mm). Seine Hauptminerale sind Quarz, Karbonat (Kalk), Feldspat und Glimmer. Sie wurden bereitgestellt durch Frostverwitterung und Gletscherschliff in den Vereisungsgebieten der beiden letzten nordischen Eiszeiten (Saale-Eiszeit zwischen 380.000 und 120.000 Jahren und Wechsel-Eiszeit zwischen 20.000 und 12.500 Jahren). Kennzeichnend für den Löss sind außer seiner Feinkörnigkeit vor allem seine Gleichkörnigkeit, seine hohe Porosität und ein hoher Kalkanteil (bis 20%). Sandlöss nimmt auf Grund seines Korngrößenspektrums eine Übergangsstellung zwischen Löss und Flugsand ein.

Werden die oberflächenahen Bereiche des Löss langfristig der Verwitterung ausgesetzt, geht der Kalk in Lösung und wird abgeführt, und gleichzeitig kommt es zur Neubildung von Tonmineralen. Es entsteht Lösslehm.

Vor allem im Verlauf der späten Weichselkaltzeit (vor ca. 15.000 Jahren) wurde Löss in großen Mengen in die Euregio Maas Rhein eingeweht. Er stammte aus den vegetationslosen Aufschotterungsebenen vor allem der Maas und der nördlich angrenzenden Periglazialgebiete und überzieht heute fast lückenlos die ausgedehnten Verebnungen der westlichen Niederrheinischen Bucht und benachbarten Mittelgebirgsränder.

Nach Ende der Weichselkaltzeit entwickelten sich auf den Lössböden der Euregio Maas-Rhein zunächst Tundren und dann Waldböden. Seit der Jungsteinzeit (um 6500 vor heute) boten diese Böden wegen ihres Nährstoffreichtums und wegen ihrer Lockerheit gute Voraussetzungen für einen frühen Ackerbau.

×
no_value