Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Wurmrevier

Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Wurmrevier

Steinkohlenbergbau im Wurmrevier
Steinkohlenbergbau im Wurmrevier

Seit dem Mittelalter wurde im mittleren und nördlichen Wurmtal mit unterschiedlicher Intensität Steinkohlenbergbau betrieben. Erste urkundliche Hinweise auf einen Kohleabbau auf dem Gelände der ehemaligen Abtei Klosterath (Rolduc) sind schon aus dem 12. Jahrhundert überliefert.

Systematischer Bergbau setzte aber erst im 14. Jahrhundert ein. Aus den Talhängen, von denen aus die Kohlenflöze leicht erreicht werden konnten, ließen sich die ersten Grabungen, Schächte und Stollen leicht zum Fluss hin entwässern. Im 18. Jahrhundert ließ sich die Kohle durch den Einsatz technischer Mittel bei der Wasserhaltung auch bis 40 m tief unterhalb des Wurmtal-Niveaus abbauen. Aber erst seit dem 19. Jahrhundert erfolgte die Kohlegewinnung im Tiefbergbau.

Als sich mit zunehmender Mechanisierung des Abbaus der Kapitalbedarf für den Maschineneinsatz stark erhöhte, schlossen sich 1836 viele Kleinzechen zur „Vereinigungsgesellschaft für den Steinkohlenbergbau an der Wurm” zusammen. 1906 wurde diese vom Eschweiler Bergwerksverein übernommen. Lange Zeit war der EBV eine der größten Zechengesellschaften Europas.

Seit 1960 ließen dann die Konkurrenz des Erdöls, die europäische Stahlkrise und die niedrigen Weltmarktpreise für Importkohle die Kohleförderung wieder schrumpfen. 1992 wurde das Bergwerk Emil Mayrisch in Siersdorf als letzte Zeche des Wurmreviers stillgelegt.

Insgesamt waren im Wurm-Revier durch Bergbau und Bohraufschlüsse etwa 1550 m kohleführende Oberkarbon-Schichten erschlossen. Über den Pannesheide-Schichten folgen die Kohlscheid-Schichten des höheren Westfal A und darüber die Alsdorf- und Merkstein-Schichten des Westal B.

Von den insgesamt 50 Flözen des Wurmreviers erreichten 8 Flöze Mächtigkeiten von über 1 m und waren damit bauwürdig. Hauptsächlich die Kohlenflöze der Kohlscheider Schichten waren von wirtschaftlicher Bedeutung. Sie lieferten Anthrazit, Mager- und Esskohle. Aus den nördlich der Feldbiss-Störung heute tiefer abgesunkenen jüngeren Alsdorfer Schichten und Merksteiner Schichen (Westfal B) wurde Eß-, Fett- und Gaskohle gefördert.

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